Im Interview mit Sarah Jessica Parker

Mit „Sex and the City“ wurde sie zur TV-Ikone auf der Suche nach dem richtigen Partner, in ihrem nächsten Projekt lenkt Sarah Jessica Parker Ihre Aufmerksamkeit hingegen auf das Zerbrechen einer Ehe.

In der ersten Folge der neuen Serie „Divorce“ führt ein katastrophaler Abend auf der 50er-Geburtstagsparty eines Freundes dazu, dass Frances Ihre Ehe zu Robert, gespielt von „Sideways“ -Star Thomas Haden Church, überdenkt.

Sie entschließt sich dazu, einen Schlussstrich zu ziehen und einen Neuanfang zu machen. Sie teilt Ihrem Ehemann mit, dass sie von nun an getrennte Wege gehen müssen. Robert fragt sie darauf hin: „Wann genau fing unsere Ehe an, aus den Fugen zu geraten?“

„Naja, vielleicht als du dir den Bart hast wachsen lassen“, gesteht Frances, in einem Moment, der den Tonfall der Serie perfekt zusammenfasst.

Die Thematik mag dadurch an sich nicht aufgelockert werden, aber die Schauspielerin wusste, „dass die Show in einem halbstündigen Format etwas Komik braucht.“

„Divorce“ ist Parkers erste Rückkehr zum Sender HBO seit der erfolgreichen und mit Golden Globes ausgezeichneten Serie „Sex and the City“, welche nach sechs Staffeln im Jahr 2004 (und nach zwei Filmen 2008 und 2010) endete. Die Serie „Divorce“ stellt den frustrierenden, verheerenden, komplizierten und scheinbar nie endenden Prozess vom Auflösen einer Ehe dar.

Parker, die auch als Produzentin dieser Serie fungiert, hat jahrelang nach dieser Art von Serienstoff gesucht.

„Es gab viele Ideen“, gibt sie zu, aber angesichts der Tatsache, dass so viele Menschen heutzutage in Scheidung leben, wäre es leicht darauf zu schließen, es sei die Norm. Parker weist darauf hin, dass „das für die Menschen, die betroffen sind, nicht normal ist, außer es handelt sich vielleicht um einen Seriengeschiedenen. Es ist etwas Monumentales, und wenn auch noch Kinder involviert sind, dann stell ich mir vor, dass man sich einfach erledigt fühlen muss.“

Man sieht sich als Enttäuschung, für sich selbst, für den Ehepartner und vor allem für die Kinder. Natürlich passieren Scheidungen sehr oft, aber für die Menschen, die betroffen sind, ist es Krieg, ein Kampf und das Ziehen von Gräben. Es ist einfach furchtbar, und dabei ist es unwichtig, ob das manchen Menschen schnell passiert oder nicht. Für die, die geliebt und sich gekümmert haben, muss es welterschütternd sein.“

Die Schauspielerin gibt ohne Weiteres zu, dass sie schon immer daran interessiert war, wie andere ihr Leben führen.

„Ich denke wir (alle) sind so, es sei denn ich bin vollkommen verrückt“, erklärt sie. „Seit ich ein kleines Mädchen war, hat mir mein Vater immer wieder gesagt, ich solle damit aufhören, die Leute anzustarren. Er hat immer gesagt, „Du machst dich zum Narren“, aber ich war einfach immer schon interessiert an anderen Menschen.“

„Schon als kleines Kind habe ich es geliebt, jemand anderes zu sein“, gesteht die Schauspielerin. „Nicht, weil ich unzufrieden mit mir selbst bin, sondern eher weil ich finde, dass es das Wundervollste auf der Welt ist, jemand anderes zu sein und Stunden, Tage, Jahre damit zu verbringen, (eher) jemand anderes als man selbst zu sein. Dieses absonderliche, wundervolle, andere Leben ist für mich endlos faszinierend.“

Deswegen würde sie gerne Charaktere erforschen die, „weniger wie Carrie oder ich“ sind. „Das tut mir gut und bereitet mir Schmetterlinge im Magen mit ein bisschen Angst, Aufregung und Zweifel, aber ich denke, dass ich das benötige“, fügt sie hinzu.

Sarah Jessica Parker ist nicht abgeneigt, zu „Sex and the City“ zurückzukehren, um herauszufinden, was Carrie, Mr. Big und die Girls so treiben.

„Ich denke nicht, dass irgendjemand von uns Nein sagen würde. Ich weiß nicht, ob es eine weitere Staffel oder einen Film geben könnte, das bleibt wohl offen. Es bleibt aber im Gespräch.“, sagt Parker. „Ich denke, die Möglichkeit besteht.“

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